Stiftungsgeschichte

 

Die Familie Tucher von Simmelsdorf ist eine Patrizierfamilie der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg und gehört zu den ältesten Geschlechtern der Stadt. Der Sohn des 1326 verstorbenen Stammvaters Konrad nahm im Jahr 1309 das Nürnberger Bürgerrecht an.

Die Blütezeit erlebten die Tucher im 16. Jh. mit Handelsaktivitäten in ganz Europa, vornehmlich mit Gewürzen wie z.B. Safran, sowie Südfrüchten, Metallwaren, Tuchen, Pelzen und anderem.

Im 17. Jh. waren viele der Patrizierfamilien im Handel nur noch wenig aktiv und beschränkten sich auf die Ausübung ihrer Grundherrschaften. Zusammen mit der Familie Imhoff betrieben die Tucher die letzte in größerem Umfang aktive Handelsgesellschaft des Nürnberger Patriziats.

Im Jahre 1503 gründete Lorenz I. Tucher (1447 – 1503) die Dr. Lorenz Tucher´sche Stiftung, welche somit zu den ältesten Familienstiftungen Deutschlands gehört.

Nach ihrem im Jahre 1598 erworbenen Hauptsitz in Simmelsdorf nannten sie sich fortan mit vollständigem Namen „Tucher von Simmelsdorf". Der Namenszusatz wurde 1697 von Kaiser Leopold I. als Adelstitel anerkannt und 1815 wurden die Tucher in die Freiherrenklasse des bayerischen Adels aufgenommen.

Die Tucher waren – mit kurzen Unterbrechungen – ab 1340 bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806 im Kleinen Rat der Reichsstadt vertreten und gehörten nach dem Tanzstatut zu den zwanzig alten ratsfähigen Geschlechtern. Einige Vertreter der Familie waren Mitglieder der Reichsritterschaft in Franken.

Bis zum Ende des Patriziats im Jahre 1806 hat die Familie von Tucher das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt Nürnberg maßgeblich mit gestaltet. Auch in der darauf folgenden Zeit hat es die Familie verstanden, ihre Bedeutung zu erhalten und wirtschaftlich zu festigen.

So erwarb 1855 Siegmund von Tucher das königliche Bräuhaus, vormals das „Reichstädtische Weizenbräuhaus“ und gründete daraus die bekannte „Tucher Brauerei“, die lange im Besitz der Familie war.

Der Erhalt des historischen Erbes an Gebäuden und Liegenschaften, der Fortbestand und Ausbau der Bedeutung der Stiftung, die Förderung kultureller Aktivitäten sowie der weiterhin gute Zusammenhalt der Gesamtfamilie sind und bleiben die Ziele.